Depot-Leichen sind Wertpapiere, die seit Jahren im Portfolio schlummern, ohne dass sie einen nennenswerten Beitrag zur Rendite oder Dividende leisten. Meist liegen sie deutlich im Minus oder stagnieren auf niedrigem Niveau. Sie werden weder aktiv verkauft noch aufgestockt – sie liegen einfach da: tot, aber nicht beerdigt.
Hintergrund der so genannten Depot-Leichen
Depot-Leichen entstehen oft durch:
- Fehlkäufe in Euphorie-Phasen (z. B. Hype-Aktien, Mode-Trends)
- verpasste Ausstiege („Das wird schon wieder … irgendwann“)
- emotionale Bindung an „Lieblingswerte“
- die Hoffnung auf ein Wunder-Comeback
Problematik der Depot-Leichen:
- Kapitalbindung: Geld liegt in ineffizienten Assets statt in produktiven Anlagen.
- Psychologischer Ballast: Ständige Erinnerung an Fehlentscheidungen.
- Opportunitätskosten: Verpasste Chancen in stärkeren Werten.
Börsenpsychologische Dimension
Depot-Leichen sind ein Paradebeispiel für die Verlustaversion: Anleger vermeiden den Schmerz, einen Verlust realisieren zu müssen, und halten lieber an wertlosen Papieren fest. Oft gepaart mit kognitiver Dissonanz („Die Aktie ist doch eigentlich gut“) und Hoffnungs-Bias („Irgendwann dreht sie bestimmt“).
Anmerkung
Depot-Leichen sind wie alte Kleidungsstücke im Schrank: Sie passen nicht mehr, sie sind aus der Mode – aber man kann sich einfach nicht trennen. Siehe auch: Fallendes Messer
Praxis im Umgang mit Depot-Leichen
Um Depot-Leichen loszuwerden, helfen klare Fragen:
- Würde ich die Aktie heute neu kaufen?
- Passt sie zu meiner Strategie (Dividende, Wachstum, Stabilität)?
- Oder ist es Zeit für einen klaren Schnitt und die Rückgewinnung von Liquidität?
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Siehe auch:
– Behavioral Finance
– Yield
– Kognitive Dissonanz
– Veblen Effekt
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