Eine Business Development Company (BDC) ist eine besondere Gesellschaftsform in den USA, die in kleine und mittelständische Unternehmen (SMEs) investiert – meist nicht-börsennotiert. BDCs stellen diesen Firmen Kapital in Form von Krediten oder Eigenkapitalbeteiligungen bereit und refinanzieren sich über die Börse, indem sie eigene Aktien an Investoren ausgeben.
Funktionsweise
- Kapitalquelle: BDCs sammeln Geld bei Anlegern ein und leiten es an Unternehmen weiter.
- Anlageform: Oft in Form von hochverzinslichen Krediten, Mezzanine-Finanzierungen oder Minderheitsbeteiligungen.
- Ausschüttungspflicht: BDCs müssen wie REITs mindestens 90 % ihres steuerpflichtigen Gewinns an Aktionäre ausschütten – daher locken sie mit hohen Dividendenrenditen (oft 7–12 % | Dividendencheck).
Vorteile für Investoren
- Hohe Dividendenrendite: Durch die Ausschüttungspflicht sind BDCs beliebte Cashflow-Investments.
- Diversifikation: Anleger bekommen Zugang zu einem Portfolio von hunderten kleinen US-Unternehmen, an die man sonst kaum herankommt.
- Börsennotiert: Anders als Private Equity sind BDCs an der Börse handelbar – auch für Privatanleger zugänglich.
Risiken
- Kreditrisiko: Viele BDCs finanzieren Firmen mit schwacher Bonität. Fällt die Konjunktur, steigen Ausfälle.
- Zinsrisiko: Steigende Zinsen verteuern die Refinanzierung, während Kreditausfälle zunehmen können.
- Volatilität: BDC-Kurse schwanken stark – Dividenden sind nicht garantiert (Dividendenstrategie).
Beispiele für bekannte BDCs
- Main Street Capital (MAIN) – gilt als eine der solidesten BDCs.
- Ares Capital (ARCC) – größte BDC am Markt.
- Prospect Capital (PSEC) – hohe Rendite, aber auch höheres Risiko.
Psychologische Komponente (Behavioral Finance)
BDCs wirken wie ein „Dividendenbuffet“ – zweistellige Ausschüttungen sind für Anleger unwiderstehlich. Doch genau das triggert Gier und kann zu Übergewichtung im Depot führen. Klug ist, BDCs als Beimischung zu nutzen und sich bewusst zu machen, dass die hohen Dividenden (siehe auch: worauf Investoren achten sollten) immer ein Risiko spiegeln.
Urhebervermerk:
Der Begriff Business Development Company wurde 1980 in den USA durch den Investment Company Act geschaffen, um privaten Investoren Zugang zu Investments in kleine und mittelständische Unternehmen zu ermöglichen.
.
Haftungsausschluss
Die Inhalte auf Aktienpedia dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine Anlageberatung, keine steuerliche Beratung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Jede Investition ist mit erheblichen Risiken verbunden. Es besteht die Möglichkeit, dass du dein eingesetztes Kapital ganz oder teilweise verlieren kannst – hin zum Totalverlust. Alle Beiträge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, inhaltliche oder zeitliche Richtigkeit. Die dargestellten Einschätzungen spiegeln die persönliche Meinung des Autors wider und können sich jederzeit ändern. Fehler, Irrtum und Abweichungen bleiben ausdrücklich vorbehalten. Hinweis zur Nennung von Unternehmen und Aktien: Sofern im Beitrag konkrete Firmen- oder Aktiennamen (z. B. MAIN, ARCC, PSEC) genannt werden, erfolgt dies ausschließlich beispielhaft und illustrativ. Die Nennung steht in keinem faktischen Zusammenhang mit einer Empfehlung.


