Das FIFO-Prinzip (First In – First Out) ist ein Bewertungs- und Abrechnungsprinzip, das im Wertpapierhandel und im Steuerrecht eine zentrale Rolle spielt. Es bedeutet, dass beim Verkauf von Wertpapieren immer die zuerst gekauften Anteile auch als zuerst verkauft gelten – unabhängig davon, welche Stücke der Anleger „gefühlt“ veräußern wollte.
Funktionsweise des FiFo – Prinzip’s
Beim FIFO-Prinzip wird eine Art „chronologische Reihenfolge“ unterstellt:
- Die ältesten Anschaffungen verlassen das Depot zuerst.
- Spätere Käufe bleiben so lange bestehen, bis sie der Reihenfolge nach an der Reihe sind.
Ein Beispiel:
- Kauf: 100 Aktien à 10 €
- Kauf: 100 Aktien à 15 €
- Verkauf: 100 Aktien bei 20 €
Nach FIFO gilt: Die ersten 100 Stück (Einstand 10 €) gelten als verkauft.
→ Gewinn = (20 € – 10 €) × 100 = 1.000 €.
Die Aktien mit Einstand 15 € verbleiben im Depot.
“First In First Out” – Bedeutung für Anleger
- Steuerrechtlich: In Deutschland schreibt das Einkommensteuergesetz vor, dass Gewinne nach dem FIFO-Prinzip ermittelt werden. So wird festgelegt, welche Anschaffungspreise zur Berechnung des steuerpflichtigen Gewinns herangezogen werden.
- Strategisch: Für Anleger beeinflusst FIFO, wie schnell ältere – und oft günstigere – Bestände steuerwirksam realisiert werden.
Abgrenzung FiFo & LiFo
- LIFO (Last In – First Out): Hier würden die zuletzt gekauften Anteile als zuerst verkauft gelten. In Deutschland im Wertpapierhandel nicht zugelassen.
- Durchschnittsmethode: Statt nach Reihenfolge wird ein gleitender Durchschnittspreis aller Käufe berechnet (in einigen Ländern oder Fondsmodellen üblich).
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⚠️ Haftungsausschluss: Dieser Eintrag dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt keine steuerliche oder finanzielle Beratung dar. Der Handel mit Wertpapieren ist mit Risiken verbunden, hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Bei Fragen zu individuellen steuerlichen Auswirkungen sollte stets ein Steuerberater konsultiert werden.


