Eine Fair Value Gap (FVG) ist ein Begriff aus der technischen Analyse und beschrebt eine Kurslücke, die entsteht, wenn der Markt sehr stark und schnell in eine Richtung läuft. Dadurch bleiben im Chart unvollständige Preisbereiche zurück, in denen kein fairer Handel zwischen Käufern und Verkäufern stattgefunden hat.
Man erkennt eine FVG typischerweise an drei Kerzen:
- Eine starke Impuls-Kerze in eine Richtung.
- Davor und danach jeweils eine Kerze, die den Preisbereich nicht vollständig überlappen.
- Zwischen diesen Kerzen bleibt ein „Gap“ (eine Lücke).
Bedeutung des Fair Value Gap im Trading
Trader sehen FVGs als potenzielle Rücklaufzonen. Der Gedanke: Der Markt möchte diese „ungerechten Preisbereiche“ später wieder ausgleichen. Kommt der Kurs zurück in die FVG und respektiert diesen Bereich, entsteht oft ein guter Einstiegszeitpunkt.
Typisches Vorgehen mit FVGs
- Breakout abwarten: Erst wenn ein klarer Ausbruch stattgefunden hat.
- FVG bildet sich: Nur nach dem Ausbruch zählt das Signal.
- Einstieg: Sobald der Kurs in die Lücke zurückläuft und bestätigt.
- Stop-Loss: Unterhalb der mittleren Kerze der FVG.
- Ziel: Nächstes Hoch/Tief in der gewählten Zeiteinheit.
Vorteile durch FVG
- Liefert präzise Einstiegszonen.
- Funktioniert gut in niedrigen Zeiteinheiten (1–5 Minuten) bei hohem Volumen.
- Passt zu Scalping- oder Intraday-Strategien.
Nachteile des FVG
- Funktioniert nicht immer zuverlässig – Bestätigung ist entscheidend.
- Besonders anfällig bei Nachrichten-Events oder in illiquiden Märkten.
- Erfordert Disziplin und konsequentes Risikomanagement.
Kurz gesagt: Eine FVG ist wie ein „Magnetbereich“ im Chart, den der Kurs oft noch einmal ansteuert. Trader nutzen dieses Muster, um gezielt Rückläufe zu handeln – immer mit sauberem Stop-Loss und Chance-Risiko-Verhältnis.
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